Wenn das Haus modernisiert worden ist, muss der veraltete Garten neu gestaltet werden. Denn Gärten werden heute als verlängerte Wohnzimmer erlebt.

Im Lebensgefühl unserer Zeit ist der Garten mehr und mehr zu einem Teil des Hauses geworden, in den schönen Monaten gewissermaßen die Verlängerung des Wohnzimmers. Wer sein Haus modernisiert und dabei womöglich noch einen zeitgemäßen Anbau hinzufügt, sieht sich nicht selten einem unbeabsichtigten Stilbruch gegenüber. Der in Anlage und Gestaltung veraltete Garten harmoniert nicht mehr mit dem Haus.

Im Haus befindet man sich auf der Höhe der Zeit: Lichte, offene Räume, reduzierte Formen. Im Garten hingegen befindet man sich in den Achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts. Ihn in die Gegenwart zu überführen, ist eine der Kernaufgaben der erfahrenen Gartengestalterin Claudia Schaaf.

Der Garten als Element modernen Lebensstils hat einen eigenen Begriff kreiert: Loungen – unter freiem Himmel, auf bequemen Möbeln mit anderen bis in die Nacht zusammensitzen, reden, essen, trinken. Wohnzimmer-Komfort unterm Sternenhimmel.
„Wir sollten einen zeitgemäßen Wohngarten schaffen, der viel Raum für das Leben und Feiern unter freiem Himmel bietet.“
– Claudia Schaaf

Ist dieser Trend auch nicht ganz neu, so repräsentiert er doch ein Freizeitverhalten, auf das bis zur Jahrtausendwende Gärten noch nicht ausgerichtet waren. Weder gab es die entsprechenden Sitzecken mit Sofaqualität, noch die dazu passende Gartengestaltung. „Wir sollten einen zeitgemäßen Wohngarten schaffen, der viel Raum für das Leben und Feiern unter freiem Himmel bietet“, sagt Claudia Schaaf.

Die Gartenarchitektin ist Geschäftsführerin des renommierten Gartenbauunternehmens Ingo Beran aus Neu-Wulmstorf und mit ihm Mitglied der Gärtner von Eden. In dieser Genossenschaft haben sich rund 60 Gartengestalter aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zusammengeschlossen, die sich auf Planung, Anlage und Pflege anspruchsvoller Privatgärten spezialisiert haben.

„Manche Besitzer wollen in ihrem Garten tanzen können“, erzählt Claudia Schaaf. Wird dieser Wunsch auch nur gelegentlich an sie herangetragen, so drückt sich in ihm doch ein gewandeltes Verhältnis der Menschen zu ihrem Garten aus. Und natürlich erfüllt sie ihn.

Der Gartenteil, der in diesem Fall bei der Neugestaltung im Fokus stand, wurde nicht mit Rasen, sondern mit großformatigen Granitplatten ausgelegt. Ein perfekter Untergrund zum Tanzen, der den architektonischen Charakter des Gartens unterstreicht, indem er die Formensprache des modernen Anbaus aufnimmt und überdies mit der schlichten Backsteinarchitektur des älteren Gebäudeteils harmoniert.

„Das große Format der Platten lässt die Fläche außerdem größer erscheinen“, gibt Claudia Schaaf einen weiteren Grund an, warum sie sich für diese Lösung entschied. Im Zentrum der plattierten Fläche platzierte sie ein quadratisches Wasserbecken, das die Proportionen der Platten aufnimmt. Eine runde Schale in seiner Mitte durchbricht die strenge Rechtwinkligkeit und korrespondiert wiederum mit vier ebenfalls runden Pflanzgefäßen im benachbarten Beet. Dieses ist mit Splitt ausgelegt – wie die Platten aus Granit – und dient nicht nur als Pflanzfläche, sondern ist ein eigenständiges Gestaltungselement.

Ein Herzstück der Planung ist eine große, aus glatt geraspelten Bankirai-Bohlen gebaute Eckbank. Sie unterstreicht einmal mehr die Anlehnung der Gartenplanung an den Wohnbereich, bildet mit ihren bunten Kissen einen ebenso farbenfrohen, wie schlichten Blickfang und bietet Sitzplätze auch für große Runden. Gleichzeitig lockert sie den Sichtschutz zum Nachbargrundstück auf.

Bei ihrer Planung für die Bepflanzung folgte Claudia Schaaf drei Motiven, die Haus und Garten prägen: hanseatische Tradition, Geometrie und Reduktion aufs Wesentliche.
Buchskugeln erfreuen das Auge mit ihren regel-mäßigen Formen, sorgen aber gleichzeitig für einen beabsichtigten Kontrapunkt zu den geraden Linien und rechten Winkeln von Bodenbelag, Wasserbecken und Bank.
Eine sanfte Überleitung zur Umgebung des Gartens wird hier durch die großzügige Verwendung von Rhododendren und Hortensien geschaffen.

Perückensträucher mit ihren fedrig anmutenden Blüten nehmen dem klaren Konzept die Strenge. Der aus China stammende Sieben-Söhne-des-Himmels-Strauch bildet einen exotischen Gegenpol zu der ansonsten heimisch geprägten Pflanzenauswahl.

 

Fotoquelle: Gärtner von Eden

loc990-023Im Wohngarten unserer Zeit drücken sich
veränderter Lebensstil und gewandeltes Freizeitverhalten aus. Als Folge davon ist eine neue Gartenkultur entstanden.

loc990-039   loc990-016Bodenplatten, Wasserbecken, Vasen.
Das Gartengefühl setzt sich aus Formen und Materialien zusammen, die wirkungsvoll in einem Dialog zueinander stehen und zur Natur.

Ingo Beran Garten- und Landschaftsbau


Ingo-Beran-Garten--und-Landschaftsbau_Claudia-SchaafDie Gartenarchitektin Claudia Schaaf aus Neu-Wulmsdorf bei Hamburg führt zusammen mit Ihren Eltern das 1976 gegründete Familienunternehmen Ingo Beran Garten- und Landschaftsbau. Als Mitglied der Gärtner von Eden hat sich der Betrieb auf die hochwertige Planung und Umsetzung im Bereich der Neu- und Umgestaltung von Privatgärten sowie die kompetente und nachhaltige Betreuung und Pflege spezialisiert.

Ingo Beran Garten- und Landschaftsbau – Wilhelm-Raabe-Straße 1 – 21629 Neu Wulmstorf – Telefon 040 70013840
www.ingoberan.de
www.gaertner-von-eden.com