Lichtplanung schafft Komfort, Atmosphäre und Energieeffizienz.

Ohne Helligkeit ist auf der Erde kein Leben vorstellbar. Licht ist der Antrieb für alles, was mit Wachstum, Aktivität und Wohlbefinden zu tun hat: Es sorgt dafür, dass wir morgens aufstehen, begleitet uns bei der Arbeit und zaubert nach Feierabend behagliche Gemütlichkeit. Schon Le Corbusier konstatierte 1923: „Ein Haus ist nur bewohnbar, wenn es voller Licht und Luft ist.“ Ein Ausspruch, dem 85 Prozent der Deutschen beipflichten würden, denn für sie ist Licht ein wichtiger Wohlfühlfaktor.

Dank moderner Leuchten und Lampen sowie innovativer Steuerungssysteme entstehen unter Beratung von Fachleuten individuelle Lichtkonzepte, die höchste funktionale Ansprüchen bedienen, kreative Illumination und in den eigenen vier Wänden eine variationsreiche Lichtstimmung schaffen: Im Trend liegen farbige Lichtakzente, die in Form von LEDs im Fußboden tolle Farbakzente setzen. Beleuchtete Rückwände, Kuben oder Lichtsäulen erhellen durch dekorative Hintergrundbeleuchtung. Tageslichtweiße Lampen im Badezimmer geben morgens einen echten Frischekick, während sanftes indirektes Licht am Abend das Bad in eine wohlige Wellnesszone verwandelt. Wenn es um Beleuchtung geht, scheint nichts unmöglich zu sein.

Angesichts der Vielzahl an technischen Möglichkeiten, sollten sich Bauherren unbedingt rechtzeitig mit dem Thema Lichtplanung auseinandersetzen. Denn um einen Raum perfekt auszuleuchten, reicht eine einzige Lichtquelle nicht aus: Entscheidend ist das harmonische Zusammenspiel von direkter und indirekter Beleuchtung – eine ausgewogene Mischung aus Raum-, Zonen- und Stimmungslicht. Interessanterweise nimmt der Mensch eine angenehme Lichtstimmung analog zum Licht- und Schattenspiel in der Natur wahr, wo die unterschiedlichen Funktionen von Licht eindrucksvoll zu beobachten sind: Im Freien wird das weiche, gestreute Tageslicht des Himmels mit dem gerichteten Licht der Sonne kombiniert. In Innenräumen bedeutet dies, dass ein Raumlicht die Grundhelligkeit herstellt, während Zonenlicht einzelne Bereiche direkt ausleuchtet, damit beim Lesen, Arbeiten, Essen oder Kochen ideale Bedingungen herrschen und die Augen nicht vorzeitig ermüden. Für die besondere Behaglichkeit sorgt das sogenannte Stimmungslicht, das Gemütlichkeit vermittelt und mehr leuchtet als ausleuchtet. Übrigens werden die Begriffe Lampe und Leuchte oft verwechselt. Streng genommen bezeichnet die Lampe nur das, was Licht produziert – nämlich das Leuchtmittel.

In Zeiten stark steigender Strompreise zahlt sich der Wechsel zu energiesparender Beleuchtung übrigens schnell aus. Energiesparlampen, LEDs, Leuchtstofflampen oder Niedervolt-Halogenlampen verfügen über eine große Effizienz und sind inzwischen in allen gängigen Lichtfarben und guten Farbwiedergabewerten erhältlich. Deshalb sollte man stromfressende alte Glühbirnen – die übrigens 2012 vom Markt verbannt wurden, abschalten und auf moderne Beleuchtungstechnik umschalten.

Für gutes Sehen und Sicherheit im Haus ist die Beleuchtungsqualität entscheidend. Aufgrund ihrer nachlassenden Sehleistung benötigen ältere Menschen deutlich mehr Licht als junge oder Kinder: Um den gleichen Helligkeitseindruck wahrzunehmen, braucht ein Sechzigjähriger durchschnittlich eine doppelt so hohe Beleuchtungsstärke wie Kinder. Deshalb bezieht ein individueller Beleuchtungsplan alle Faktoren und Wünsche der Hausbewohner mit ein. Dazu ist die rechtzeitige Elektroplanung entscheidend. Außerdem bieten Umbau- und Renovierungsmaßnahmen ideale Gelegenheiten, um ein Beleuchtungskonzept zu erstellen und umsetzen zu lassen. In einem Beleuchtungsplan wird maßstäblich festgelegt, wie sich die gewünschte Lichtwirkung im Raum im Zusammenspiel mit der Möblierung darstellt.

Vom Eingangsbereich über Wohn-, Schlaf- oder Kinderzimmer bis hin zu Küche und Arbeitszimmer erhält auf diese Weise jeder Raum ein seiner Funktion entsprechendes Beleuchtungskonzept. Da Licht die Umwelt, die Gesundheit und das Wohlbefinden des Menschen gleichermaßen beeinflusst, ist die Investition in die richtige Beleuchtung in jedem Fall eine erhellende.


 IMG_5375Expertentipp

Lichtplaner David Picard bietet individuelle Beratung für die richtige Beleuchtung.
Hier seine Tipps für unsere Leser:

  • Setzten Sie Akzente durch Betonung eines bestimmten Raumbereiches oder eines ausgewählten Objektes.
  • Verschiedene zarte, warme, Lichtquellen schaffen eine behagliche Atmosphäre.
  • Für unterschiedliche Situationen oder Stimmungen sollte Licht dimmbar sein.
  • Zu beachten ist, dass LEDs zwar dimmbar sind, aber bei Dimmung in der Regel nicht den Rotanteil des Lichts  erhöhen.
  • Achten Sie auf die Farbechtheit von LED- Lampen – meistens in CRI (Colour Rendering Index) angegeben. Ein Wert über 85 (%) ist für den privaten Bereich geeignet.

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So wird Licht zum Gestaltungselement

  • Da der Lichtbedarf vom Tageslichteinfall und der jeweiligen Tätigkeit bestimmt wird, sollten alle Leuchten getrennt von einander zu schalten sein.
  • In Wohnräumen, in denen Lichtquellen wechselseitig zum Lesen oder als Hintergrundbeleuchtung genutzt werden, sorgen Dimmer für ein gemütliches und flexibles Licht.
  • In Wohnräumen ist die Lichtfarbe warmweiß ideal. In Arbeitsbereichen wirkt Tageslichtweiß leistungssteigernd.
  • Auf Wände gerichtetes Licht lässt Räume weiter erscheinen und strukturiert leere Flächen durch ein interessantes Licht- und Schattenspiel.
  • Bei der Platzierung von Tischleuchten sollte die Höhe so gewählt werden, dass der Blick nicht auf die Fassung und das Leuchtmittel fällt.

Bildquelle: licht.de