Eine Baugeschichte, die von der Kindheit der Bewohner in die Zukunft einer gewandelten Welt reicht.

Wenn Lena und Andreas aus dem Wohnzimmer über die Wiesen blicken, die sich hinter dem Haus bis zu dem fast einen Kilometer entfernten nächsten Moordorf erstrecken und ihr Blick über den Saum der Südweder Alleebäume hinaus
immer noch weiter geht und der Himmel immer niedriger wird, dann sehen sie auf den Anfang der Baugeschichte ihres neuen Hauses. „Wir mochten beide immer so gerne den Blick in die Weite.“

Ein Kindheitsblick. Beide sind in diesem weiten Land aus Sand und Moor und Wiesen mit seinen Kanälen und den an schnurgeraden Straßen aufgereihten Moordörfern aufgewachsen. Sie in Worpswede, er in Lilienthal. Dabei hätten sie eigentlich kein neues Haus gebraucht. Sie lebten gerne in ihrem Holzhaus im klassischen Schwedenstil am Südhang des Weyerbergs. Nur eben im Wald.

„Lena hat im Internet immer mal geguckt, was an Grundstücken in der Gegend so angeboten wird“, sagt Andreas. „Bevor wir dies gefunden haben“, sagt sie. Verbessert sich und sagt, „bevor es uns gefunden hat“, und man begreift, dass das Haus in ihnen schon erbaut war, noch ehe sie wussten wo es stehen und wie es genau aussehen würde. Als sie noch weit entfernt von hier studierten. Denn dies ist ein Haus, das aus ihrer Kindheit stammt. „Wir wollten immer zurück aufs Land. Und eigentlich kam nur ein Bauernhaus in Frage.“ Darin sind sie schließlich beide groß geworden.

Als sie vor drei Jahren zum ersten Mal hier standen, war es noch eine Hofstelle. Das Haupthaus dreißig Meter lang, spitzes Ziegeldach, nach vorne hinaus Wohnräume, dahinter Kuhstall und oben über die ganze Länge der Boden für das Heu.

Sie hätten es gerne erhalten, doch das war aussichtslos. Also ein Neubau, der aber nicht wie ein Neubau aussehen sollte.

„Der Holzrahmenbau war eine unserer besten Entscheidungen bei diesem Projekt“, sagen sie. „Im Holz fühlen wir uns einfach unglaublich wohl.“ Es gibt nicht viele Bekenntnisse, mit denen man Stefan Wasser eine größere Freude machen kann. Aus der Krone einer der alten Eichen, die die Zufahrt zu ihrem Haus säumen, könnten sie das Dach der Fertigungshalle von Stefan Wasser in Worphausen sehen.

Nichts lag näher als ein WABE-Haus. In jeder Weise, denn auch das war ein Schritt durch ihre Lebensgeschichte.
Sie waren zusammen mit ihm auf dem Gymnasium Lilienthal gewesen. Wir sagen hier immer nur Lena und Andreas. So wie die Handwerker, die dieses Haus gebaut haben. „Das hier war eine Du-Baustelle“, sagen beide. Man kam aus der gleichen Welt, sprach die gleiche Sprache.

„Die Handwerker, die das hier gebaut haben, die hatten selbst Spaß man diesem Haus“, erzählt Andreas. „Eine andere Firma hätte uns das Haus einfach nur hingesetzt, aber diese Leute hier haben alles bis ins Detail voller Liebe gemacht.“ Von den Verzierungen im Mauerwerk bis zu den Dachziegeln. „Und als es fertig war“, sagt Lena, „da sind sie nochmal gekommen und haben es fotografiert. Die waren richtig stolz auf ihr Werk.“

Nur der Dachdecker musste anfangs überzeugt werden. „Seid ihr verrückt, das hier mit euren Freunden selbst abzudecken. Und was wollt ihr mit den alten Ziegeln. Schmeißt die doch weg.“ Doch als sie die alte Hofstelle zum ersten Mal sahen, war ihnen gleich klar, dass sie die alten Ziegel behalten wollten. „Wir wollten das Alte gerne mit hinüber nehmen ins neue Haus. Und außerdem müssten neue Ziegel auch erst wieder gebrannt werden“, erklärt Andreas. Da verband sich das Ökologische mit dem Gefühl für das Traditionelle.

Doch dann stellte sich heraus, dass bei dem alten Dach auf der Nordseite andere Ziegel verbaut worden waren, als auf der Südseite. „Die sahen zunächst identisch aus, doch sie waren von unterschiedlichen Herstellern und als sie auf die neue Lattung aufgelegt wurden, zeigte sich, dass sie auf der Rückseite unterschiedliche Maße hatten.“ Sie passten nicht mehr. Überdies waren viele alte Ziegel schon angeschlagen. Plötzlich hatten sie zuwenig, obwohl das neue Dach viel kleiner war. „Und dann ist der Thomas, der Mitarbeiter von Wabe-Haus, hier in den Schutthaufen gegangen und hat nach Ziegeln gesucht, die man noch verwenden konnte, weil bloß eine Ecke abgegangen war.“

Bei den Ziegeln für die Verblendung ihres Holzrahmenbaus gab es das Problem zum Glück nicht. Von denen brauchte bloß der alte Kalk abgeklopft zu werden und schon wurden sie im schönsten Kreuzverbund aufgemauert mit Schmuckbändern und Fensterbögen. Der Schlussstein mit der Jahreszahl 1843 wurde natürlich mit vermauert, denn aus dem Jahr stammt die abgerissene alte Scheune, deren Steine sie aus Sande im Friesland herangeschafft hatten.

Holz ist per se schon ein ökologischer Baustoff, nachwachsend, nachhaltig, ressourcenschonend. Zum ökologischen Hausentwurf kam die passende Energieversorgung. Eine Erdwärmepumpe. Zwei Sonden, die die nur wenige Meter unterhalb des Fundaments beginnende Moorschicht durchschneiden und sich 80 Meter tief in den Geestboden senken. Weil der Baukörper von 15 x 12 Metern relativ groß war, mussten es zwei Sonden sein, um ausreichend Wärme heraufzubringen.

„Wir wollten dass Haus zuerst ein bisschen kleiner machen“, erzählt Lena, „aber jetzt sind wir doch froh, dass wir diese schönen großen Räume haben.“ Die Räume, hell und weit, atmen wie das Holz hinter dem Putz. Auch das Innere des Hauses war in seiner Grundstruktur zum Teil schon vor der ersten Grundrisszeichnung in ihnen erbaut. „Wir wussten schon vorher, dass wir eine bestimmte Deckenhöhe wollten und eine offene Küche“, sagt Andreas. „Und einen Ofen“, sagt Lena, „einen Grundofen, der in der Mitte das Esszimmer von Wohnzimmer scheidet.“

„Als zentrales Wohnelement. Traditionell gemauert, so dass auch die Sitzfläche am Ofen warm wird“ sagt er. „Ich hab das noch lebhaft aus meiner Kindheit vor Augen“, sagt sie, „man kam von draußen rein und setzte sich erstmal durchfroren an den Ofen.“ Ihre drei Kinder Carlotta, Emilie, Johann lieben ihn.

Vor den Wiesen nach Südwede musste noch eine Einfriedung gebaut werden. „Sonst fressen die Rehe im Garten alles weg.“ Zur Natur des Hauses gehört auch das Storchenpaar in der Nachbarschaft. Wenn es fortfliegt und wieder zurückkehrt, erleben sie es wie ein persönliches Sinnbild für Weite und Zuhausesein. Aber die Schleiereule im Schuppen bleibt das ganze Jahr.

 

Fotos: LightUp Studios


Die Räume sind hell und weit und atmen wie das Holz hinter dem Putz. Kindheitserinnerungen der Bauherren wie der mächtige Ofen, der Wohn- und Esszimmer scheidet.

WABE Haus GmbH

„Holz ist unsere Leidenschaft“ lautet das Motto der WABE Haus GmbH. Holz bedeutet: Im Einklang mit der Natur. Jedes WABE -Haus ist ein Unikat. Auf die Wünsche der Bauherren zugeschnitten, entstehen individuelle Energiesparhäuser.
 

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