Neue Bedeutung und neue Trends für den Garten als Wohlfühl-Oase für alle Jahreszeiten.


Wer einen Garten hat, dürfte ihn in den zurückliegenden Monaten so intensiv genutzt haben wie vielleicht noch nie zuvor. Durch Corona wurden Gärten zu Refugien und Treffpunkten, wo man Gemeinschaft genießen und sich geschützt fühlen konnte. Sie boten zugleich Freiheit und Sicherheit und eine Erweiterung der vier Wände des geschlossenen Lebensraums.

Die profilierten Gartengestalter Reinhard Wahlers aus Scheeßel und Andreas Leucht aus Stuhr, die zu den „Gärtnern von Eden“ gehören, einem Zusammenschluss von 50 Gärtnern in Deutschland und der Schweiz, spürten es unmittelbar an dem gewachsenen Bedürfnis von Kunden, ihren Garten zu einer persönlichen Oase zu machen, wo sie mit Familie und Freunden gefahrlos in der gewohnten Normalität leben konnten. Ihre Erfahrung: „Die Menschen machen es sich zu Hause schön, weil sie viel mehr dort sind als unter normalen Umständen.“

Neben allgemeinen Verschönerungsarbeiten sehen die Gartengestalter zwei Trends, die unmittelbar mit dem Corona-Sommer zusammenhängen: „Das eine große Gartenthema ist der eigene Pool oder Schwimmteich, das andere sind Elemente, die den Garten über die klassische Gartensaison hinaus attraktiv und nutzbar machen.“

Die Reisewarnungen, Kontaktbeschränkungen, zeitweilige Schließung von Freibädern und Badeseen, dazu der dritte heiße Sommer in Folge, führten bei vielen Gartenbesitzern dazu, einen lang gehegten Wunsch in die Realität umzusetzen: Baden im eigenen Garten. Gartenprofis wie Andreas Leucht und Reinhard Wahlers haben bei der Integration einer Badegelegenheit in einen Garten jedoch nicht allein den Freizeitwert im Blick. Die saubere technische Ausführung und die Optik gehören ebenso dazu. „Ein Garten besteht aus einer Vielzahl an Gestaltungselementen, und nur wenn jedes einzelne sorgfältig geplant ist und alle aufeinander abgestimmt sind, ergibt sich ein harmonisches und damit ansprechendes Gartenbild.“

Ob der Garten dann nach mediterraner Hotelanlage aussieht oder nach ländlicher Badeseeidylle, hängt vom Gestaltungsstil und von der Art der Badegelegenheit ab. Pool oder Schwimmteich? Rechte Winkel oder organische Linienführung? Natürliche oder chemische Wasseraufbereitung?

„In diesen Corona-Zeiten gewinnt der Garten als Oase der Normalität besondere Bedeutung.“

Für jede Vorliebe gibt es die passende Lösung – und selbst in kleine Gärten lassen sich Badegelegenheiten integrieren. Ist der Pool beheizt, lässt er sich auch in der kalten Jahreszeit nutzen. Der andere Trend ist der Garten als „Ganzjahresort“. Gärten sind nicht nur Sommerparadiese. Die Gartengestalter: „Der Trend ging schon länger dahin, die Gartensaison bis weit in den Herbst zu verlängern. Die Corona-Lage dürfte diese Entwicklung noch verstärken.“ Ohnehin sind die Gartenprofis der Meinung, dass der Garten viel zu schade ist, um nur einige Monate im Jahr genutzt zu werden, und sie haben Tipps bei der Hand, wie er zu einem „Jahresrefugium“ gemacht werden kann: Mit einem überdachten Sitzplatz und beweglichen Seitenwänden beispielsweise als Ergänzung zur Terrasse. Eine stimmungsvolle und praktische Ergänzung ist ein offener Kamin.

„Feuerstellen sind derzeit ein großes Thema“, erklärt Reinhard Wahlers. „In den Garten passen sie gut, weil es für Naturnähe und Wildheit, aber auch für Sicherheit und Lebendigkeit steht.“ Dazu der Geselligkeitsfaktor, wenn man gemeinsam am Feuer sitzt. Der bauliche Aufwand für eine Feuerstelle hält sich in Grenzen. Einige ringförmig zusammengelegte Steine können schon genügen. Unabdingbar ist allerdings ein feuerfester Untergrund – eine großformatige Steinplatte oder eine Fläche mit Kiesel. Auf keinen Fall darf es ein Holzdeck sein.

Neben praktischen Grundsätzen sind es in erster Linie gestalterische Überlegungen, die Planer wie Leucht und Wahlers anstellen, wenn sie den idealen Platz für eine Feuerstelle im Garten suchen. Am Anfang steht dabei wie immer die Frage nach den Nutzungswünschen und Erwartungen.
Soll die Feuerstelle ihren festen Ort im Garten haben? Soll sie hin und wieder oder regelmäßig genutzt werden? Wie groß soll sie sein? Will man in kleiner oder großer Runde am Feuer sitzen? Von den Antworten hängt unter anderem ab, ob die Feuerstelle in einer entlegenen Ecke des Gartens oder in der Nähe des Hauses eingerichtet wird.

Die meisten Feuerstellen, die Andreas Leucht plant, bekommen ein Gefäß für die Flammen. „Mittlerweile schon klassisch sind die Grillringe aus handgetriebenem Stahl, auf deren Rändern man grillen kann, während in der Mitte das Feuer brennt.“ Auch ohne Feuer können sie eine optische Bereicherung des Gartens sein – eine ästhetische Skulptur. Viele Feuerkorbvarianten sind aus Stahl in verschiedenen Formen. Besonders rustikal wirken Steintröge.

Ein weiteres Gartenelement, das durch Corona eine größere Bedeutung erhalten hat, ist die Gartensauna. Zu ihrer modernen elektronischen Ausrüstung gehören WLAN, Flatscreen, eine App für das Anheizen von unterwegs. Für reine Naturliebhaber ist eine Blockhüttensauna ohne Stromanschluss die beste Wahl.

 

Fotos: Gärtner von Eden

Reisewarnungen, Kontaktbeschränkungen, zeitweilig geschlossene Schwimmbäder und abermals ein heißer Sommer – da wird das Baden im eigenen Garten eine Alternative zu Adria und Nordseestrand. Schwimmteich und Pool waren in diesem Jahr ein großes Gartenthema.

„Hochwertige Gärten gewinnen als Rückzugsort zunehmend an Bedeutung. DER WUNSCH NACH EINEM DEKORATIVEN, SICHEREN SCHUTZ LIEGT NAHE.“

Tanja Claußen – Geschäftsführerin Poppenheger Zaunbau GmbH