Mit der Vielfalt der Nutzung sind auch die Ansprüche an die Beleuchtung gestiegen


Mehr und mehr ist der Garten zu einem Lebensraum geworden – die Fortsetzung des Wohnzimmers im Grünen. Nicht nur wenn die Sonne scheint, sondern auch abends. Nicht nur im Sommer, sondern auch in den dunkleren Monaten des Jahres. Damit ist auch die Bedeutung seiner Beleuchtung gestiegen. Denn Licht bringt weit mehr in den Garten als Helligkeit und Sicherheit. Die richtige Beleuchtung kann die grüne Oase verzaubern. Allerdings muss sie dafür fachkundig inszeniert werden.

„Die Idee des grünen Wohnzimmers ist endlich auch bei den Leuchten angekommen“, erklärt der Gartengestalter Andreas Leucht aus Stuhr bei Bremen, Mitglied der „Gärtner von Eden“, einem Zusammenschluss von 50 Top-Gartengestaltern in Deutschland, Österreich und der Schweiz, und spricht von aktuellen Modellen, die „wie für das Wohnzimmer gemacht aussehen“. Steh- oder auch Tisch- und Hängeleuchten. „Manches Modell“, so Leucht, „kombiniert das auch mit einer Wärmequelle, sodass es nicht nur durch sein Licht für Gemütlichkeit sorgt.“ Modelle, die die Gartenfreuden in die Dunkelheit und Kühle hinein verlängern.

Mit einigen im Garten verteilten Leuchten ist es allerdings nicht getan. Gerade sehr kleine Gärten benötigen eine feinfühlige Lichtplanung, die von einem Gartenprofi übernommen werden sollte. Nur er weiß, wie sich die Pflanzen im Garten im Jahreslauf und auch langfristig entwickeln. Ein Grundlagenwissen, das Voraussetzung ist, um einen Garten über das Licht wirkungsvoll in Szene zu setzen.

Diese „Effektbeleuchtung“ ist indirekt und darf nicht blenden. Deshalb sollte sie mit Leuchtmitteln ausgestattet sein, die ein warmes, weiches Licht erzeugen. Leucht: „Auf der technischen Seite ist die LED längst im Garten angekommen, mittlerweile auch mit warmweißem Licht. Manche mögen die Möglichkeiten zum Farbwechsel, die sich hier bietet, etwa um den Pool abends blau oder grün erstrahlen zu lassen. Außerdem spielen bei der Beleuchtung auch intelligente mobile Steuerungen eine Rolle.“ Wie viel Licht man in seinem Garten benötigt, ist eine sehr individuelle Frage und hängt von der Gartengröße ab, von den vorhandenen Gestaltungswünschen und nicht zuletzt vom Geschmack und der Nutzung des Besitzers. Weniger ist dabei oft mehr, beispielsweise indem man einen einzeln stehenden Baum oder Strauch mit einem am Boden angebrachten Strahler beleuchtet. Auf jeden Fall müssen die Leuchten so angebracht werden, dass man nicht auf eine Lichtwand schaut, sondern der dahinter liegende Raum erhellt wird. Gerade kleinere Gärten erscheinen durch geschickt platzierte Lichtquellen größer.

„Wo es auf gutes Sehen im Dunkeln ankommt, an der Haustür oder auf Wegen und Terrasse, braucht es eine funktionale Beleuchtung“, erklärt Andreas Leucht. Gebe es mehrere Sitzplätze im Garten, so benötige jeder seine eigene Lichtplanung. „Wichtig ist“, so Leucht, „immer den Winter mitzudenken.“

Der Garten soll schließlich auch dann leuchten, wenn man sich nicht in ihm aufhalten kann, weil es zu kalt ist, sondern man sich mit einem Blick aus dem Wohnzimmer an seinem Anblick erwärmt.

Neben der Frage nach den Objekten, die beleuchtet werden sollen, sind die Auswahl der Leuchten und Leuchtmittel, die Lichtfarbe sowie der Einfallswinkel des Lichts von entscheidender Bedeutung für die Wirkung. Mit modernen Niedervoltsystemen lässt sich die Gartenbeleuchtung technisch einfach beginnen und später Schritt für Schritt erweitern. Wegbeleuchtungen werden sinnvollerweise über einen Bewegungsmelder aktiviert. Zeitschaltungen gekoppelt mit Dämmerungssensoren und Funkfernsteuerungen sind ebenfalls praktische Helfer, wenn es darum geht, für jede Gelegenheit und Jahreszeit die richtige Lichtstimmung im Garten zu erzeugen.

Dann genügt ein Knopfdruck, um von der lauschigen Stimmungsbeleuchtung zur Festbeleuchtung für die Gartenparty zu wechseln.

„Idealerweise erfolgt die Lichtplanung im Zuge einer Gesamtgartenplanung“, erklärt dazu Gartenexperte Leucht. „Dann hat man die Möglichkeit, baulich alles aus einem Guss umzusetzen. Aber auch in einen bestehenden Garten lässt sich eine neue Beleuchtung gut integrieren. In gut eingewachsenen Gärten haben wir den Vorteil, dass etwa Gehölze, die anzuleuchten sich lohnt, schon ihre Endgröße erreicht haben und man die Beleuchtung genau auf sie abstimmen kann.“

 

Fotos: Pronomen

 


DER EXPERTE

Andreas Leucht führt seinen Garten- und Landschaftsbaubetrieb in Stuhr seit über 25 Jahren. Im Großraum Bremen, Oldenburg und Hamburg plant und baut er private und gewerbliche Außenanlagen. Außerdem zählt der leidenschaftliche Gartengestalter zu den Mitgliedern der Gärtner von Eden, eines genossenschaftlichen Zusammenschlusses von rund 50 Top-Gartengestaltern in Deutschland, Österreich und der Schweiz, die sich der Planung, Anlage und Pflege privater Gartenparadiese auf höchstem Niveau verschrieben haben.

www.leucht-gaerten.de
www.gaertner-von-eden.com

Idealerweise sollte die Lichtplanung in die Gesamtgartenplanung integriert werden. Denn die Wirkung ändert sich mit den Jahreszeiten.

Jeder Platz und jeder Raum im Garten benötigt einen eigenen Lichtplan, wenn er seine ganz eigenen Reize entfalten soll.