Im Bremer Grundofen verbindet sich das Praktische mit dem Schönen. Seit 2017 wird diese Neuerfindung des traditionellen Grundofens im Meisterbetrieb Ofenmanufaktur des Ofenhauses Colnrade hergestellt. Und weil dauerhafte Werke sich aus sich selbst heraus weiterentwickeln, wurde das Schöne jetzt noch schöner.

Die Scheibe, durch die man ins Flammenspiel sieht, wurde von bisher 60 Grad auf 90 Grad vergrößert. Der erweiterte Blickwinkel erforderte eine Erhöhung des Brennraums um eine halbe Kachel. Das Resultat: Mehr Feuersicht. Damit das Schöne jedoch nicht zu Lasten des Praktischen geht, musste eine neue Verbrennungstechnik entwickelt werden, die den hohen Wirkungsgrad von 85 % sicherte.

Über die größere Scheibe gibt der Bremer Grundofen nun noch schneller und direkter Wärme ab, behält dabei jedoch seine hohe Speicherkapazität. Nach nur einmaligem Anheizen wird die Wärme bis zu 12 Stunden gehalten. „Eine Strahlungswärme, die wie das Sonnenlicht langwellig ist und besonders mild und gesund auf den Menschen wirkt“, erklärt Ole Dauskardt, der gemeinsam mit dem Ofenbauer und Keramiker Holger Ludwig den Bremer Grundofen in Colnrade entwickelte.

Bei dieser jahrhundertealten Heiztechnik brennt das Feuer im Gegensatz zum Kaminofen direkt auf dem Grund des Feuerraums, sodass weder Rost noch Aschenkasten benötigt werden. Die Innovation beruht auf dem Material Keumalit, ein von Ludwig entwickeltes Material, das sich bei großer Hitze anders als die traditionelle Schamotte nicht ausdehnt und seine Form behält.

Der Ofen lässt sich dadurch mehrfach schnell hintereinander befeuern ohne ihn zwischenzeitlich auskühlen zu lassen, weil Risse im Speichermaterial bei ihm nicht mehr auftreten können. Seine Wärmeleistung lässt sich auf diese Weise flexibel auf jeden Wärmebedarf abstimmen.

Die runde Bauweise erlaubt eine vielfältige Positionierung im Raum. Ein weiterer Vorteil ist, dass die einzelnen Komponenten vorgefertigt werden können. Das nimmt weniger Zeit auf der Baustelle in Anspruch. Durch diese Bauform kann der Ofen beim Umzug problemlos mitgenommen werden.

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www.ofenhaus.de

 
Fotos: Das Ofenhaus