Mit antikem Eichenholz erneuerte Innenarchitekt Hartmut Fricke das Innenleben einer Wassermühle.


Alles hat eine Geschichte. Menschen, Gegenstände, Gebäude, und in ihrer Geschichte zeigt sich das Leben. Für den Innenarchitekten Hartmut Fricke ist dieser Gedanke ein ästhetisches Programm geworden: Authentizität.

Die Wassermühle in Neubruchhausen kennt er seit seiner Kindheit, die von seinem Urgroßvater 1859 gegründete Möbeltischlerei liegt nur wenige Schritte entfernt. Im Jahr 2019 ist aus dem 1730 gebauten, unter Denkmalschutz stehenden Mühlengebäude ein komfortables Hotel mit dem Charme des Historischen geworden: „Zum Mühlenteich“.

Nicht nur das Äußere, sondern auch sein Innenleben, hat den Charakter des Ursprünglichen bewahrt. „Während des Umbaus sind wir vom Bauherrn, der alte Baumaterialien mag, angesprochen worden, ob wir nicht die Rezeption bauen könnten, die Bettkopfteile in den elf Zimmern, das Weinregal.“ Eine den Charakter eines Forsthauses verstärkende Rezeption hatte er erst unlängst für das Hotel „Forsthaus Heiligenberg“ in Bruchhausen-Vilsen entworfen und gebaut: Der Rahmen aus dunklen Eichenbalken, die Füllungen aus Rehleder. Alte Materialien in modernen Designs verarbeiten gehört bei Fricke zur Unternehmensphilosophie.

Wie so oft fand Hartmut Fricke das gesuchte Altholz Eiche auf den Arealen, wo Gert Bose seine „Antiken Baustoffe“ lagert, in den Nachbarorten Martfeld und Bruchhausen-Vilsen. „Teilweise war es noch unbehandelt“, erzählt Hartmut Fricke, „wir hatten also die Originaltöne, dieses interessante dunkle Farbspiel.“

„Das war alles massives Holz, da sind dann auch mal Risse, die auf der Tresenplatte erscheinen.“ Bei der Verarbeitung in Möbel und Einrichtungsgegenstände verwandeln sich solche Mängel in Qualitäten – Dokumente der Echtheit. Mit einem handwerklichen Kunstgriff, dem „Schwalbenschwanz“, der als Form vom gleichen Material in das Holz hineingefräst wird und wieder verbindet, was von der Zeit durch Risse getrennt worden war.

In der Mühle hat der Innenarchitekt grundsätzlich nur Eiche verarbeitet. Einer der Reize liegt nämlich in der Farbigkeit des Holzes. Mal ist es heller, mal ist es sehr alt und tief gedunkelt, weil es lange dem Rauch ausgesetzt war. „Und mit diesem variablen Farbspiel“, sagt Hartmut Fricke, „kann man gestalterisch arbeiten.“ Denn entscheidend ist, dass jedes Zimmer für den Gast eine eigene persönliche Atmosphäre hat. „Zum Schluss geht es immer um Originalität.“

 

Fotos: Stefan Straßenburg

Das variable Farbspiel von massivem alten Eichenholz gibt jedem Bettkopfteil seinen eigenen Ausdruck und Charakter. So erhält auch jedes der elf Zimmer seine besondere Atmosphäre.

FRICKE GMBH & CO. KG

Holz, Handwerk, Architektur bestimmen das Leben des Innenarchitekten Hartmut Fricke. Das Familienunternehmen baut individuelle Einrichtungen und schafft anspruchsvolle Innenarchitekturen.

 

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