Welcher Pool passt zu mir? Schwimmteich und Naturpool machen dem klassischen Swimmingpool heute Konkurrenz.

Ein frisches Bad vor dem Frühstück, abends einige Runden schwimmen vor dem Schlafengehen – und das gleich vor der eigenen Terrassentür: Ein Wunschtraum für viele. Um ihn jedoch Wirklichkeit werden zu lassen müssen zwei Voraussetzungen stimmen: Der Platz und das Budget.

Ist beides ausreichend gegeben, gilt es, sich zu entscheiden: Swimmingpool, Schwimmteich oder Naturpool? Drei Experten, alle Mitglieder der Gärtner von Eden und erfahrene Badegartengestalter, stellen die unterschiedlichen Badegewässer vor.

Der traditionelle Swimming-Pool hat durch Schwimmteich und Naturpool Konkurrenz bekommen. Jonni Borgmann, Gartengestalter aus Rellingen, nennt Vorteile des Klassikers: „Das Wasser ist angenehm weich. Außerdem lässt er sich so bauen, dass er das ganze Jahr über nutzbar ist. Der Salzgehalt des Wassers lässt sich so aussteuern, dass er dem des menschlichen Körpers angepasst ist.“

Durch den Einsatz chemischer Zusätze im Poolwasser und einen pH-Wert-Regulator ist im Zusammenspiel mit einer Filteranlage sichergestellt, dass das Wasser jederzeit Badequalität hat und sich keine Algen bilden.

Dieser Vorteil wird allerdings mit einem Nachteil erkauft: Baden in gechlortem Wasser. Manche vertragen es auch nicht. Allerdings beruhigt der Experte: „Rote Augen, gespannte Haut oder allergische Reaktionen treten eigentlich nur auf, wenn die Dosierung der Wasserzusätze nicht stimmt.“ Und der Geruch von gechlortem Wasser entstünde nur dann, wenn die Dosierung des Chlors im Pool zu hoch sei. Mess- und Dosiereinheiten erleichtern indessen die Poolpflege und garantieren gleichbleibend gute Wasserqualität.

Ein Pool, so Borgmann, ist pflegeleicht. Die tägliche Reinigung von Wänden und Boden übernimmt ein Poolroboter, lediglich alle ein bis zwei Wochen sollten Ecken und Treppen mit einer Bürste gesäubert werden. „Natürlich muss auch der Sandfilter regelmäßig rückgespült werden, was auch automatisiert geschehen kann.“

Alle zwei bis drei Jahre steht ein Wasserwechsel an, der wie der regelmäßige Nachschub an Chemikalien bei den Unterhaltskosten zu Buche schlägt und auch die Ökobilanz belastet. Borgmann rät deshalb: „In jedem Falle ist eine Abdeckung für den Pool sinnvoll.“ Im Optimalfall ist sie motorbetrieben und wird für die Nacht und wenn der Pool länger nicht genutzt wird, über das Becken gefahren. Das Wasser verschmutzt weniger und hält länger die Wärme.

Stilistisch passt ein Pool in viele Gärten: „In den allermeisten Fällen bauen wir klassisch rechteckige Pools, die gliedern sich gut in Design-, Ästheten- oder auch Genießergärten ein“, erklärt Borgmann. Anthrazitfarbene Becken ergäben im Zusammenspiel mit dem Wasser eine wunderbar dunkelblaue Farbe.

Wer das Schwimmen im eigenen Garten zu einem möglichst naturnahen Erlebnis machen möchte, ist mit einem Schwimmteich gut beraten. Jo Wietheger von Wandrey Garten- und Landschaftsbau aus Bad Bramstedt betont die Naturnähe: „Die Wasseraufbereitung kommt ohne Chemie aus. Außerdem ist ein Schwimmteich zu allen Jahreszeiten optisch attraktiv und bringt viel Natürlichkeit in den Garten, weil zu ihm ein Pflanzbereich gehört und er Tiere wie Libellen anlockt.“

Die Wasseraufbereitung funktioniert ausschließlich mit Hilfe von Mikroorganismen und Pflanzen. Sie entziehen dem Teichwasser so viele Nährstoffe, dass die Wasserqualität gleichbleibend gut ist. Die Pflanzen zur Wasserreinigung sind in einer so genannten Regenerationszone angesiedelt. Allerdings: „Ein Schwimmteich braucht deutlich mehr Platz als ein Pool. Je nach Bauart sollte die Regenerationszone 30 bis gut 50 Prozent der gesamten Teichfläche einnehmen, um das System stabil zu halten“, erklärt Wietheger. Bei der von ihm empfohlenen Mindestgröße von 32 qm für den Schwimmbereich, müsste für den gesamten Teich eine Fläche von 46 bis 64 qm eingeplant werden.

Da ein Schwimmteich in der Regel mithilfe von Teichfolie abgedichtet wird, ist man in der Ausgestaltung seiner Form vollkommen frei. Zur Pflege: Regelmäßige Reinigung des Skimmers, einmal jährlich Pflanzen stutzen, bis zu fünfmal im Jahr Sedimente absaugen – am einfachsten mithilfe eines Teichroboters.

Ohne einen kompetenten Fachbetrieb sollte man ein solches Projekt nicht angehen. Ein Pluspunkt für den Schwimmteich sind die vergleichsweise geringen Unterhaltskosten. Abgesehen von der Ergänzung des verdunsteten Wassers muss ein Schwimmteich nie neu befüllt werden. Auch deshalb ist seine Ökobilanz so gut.

„Hoch im Kurs stehen derzeit Naturpools – zu Recht, meint Andreas Leucht.“

Hoch im Kurs stehen derzeit Naturpools. Zu Recht, meint Andreas Leucht, Mitglied der Gärtner von Eden aus Stuhr und erfahrener Naturpool-Bauer: „Ein Naturpool arbeitet chemiefrei, ist daher umweltfreundlich und preiswert im Unterhalt. Sein Wasser ist unvergleichlich weich, Haut- und Augenreizungen sind ausgeschlossen.“ Außerdem sei das Filtersystem eines Naturpools fehlertolerant, seine Technik sei viel weniger komplex als die konventioneller Swimmingpools. Und schließlich: „Der Energieverbrauch ist um mehr als die Hälfte geringer als der eines konventionellen Swimmingpools.“

Ein Naturpool ist nach Andreas Leucht ein Swimmingpool mit naturbelassenem Wasser, das ohne Chemie gereinigt wird, wobei das Schwimmbecken keine Bepflanzung enthält. Die Wasserreinigung findet in einer separaten Filtration statt, so dass der Naturpool auf den ersten Blick nicht vom konventionellen Swimmingpool zu unterscheiden ist. Stilistisch lässt sich ein Naturpool nahezu jedem Gartentyp anpassen. „Ich empfehle immer die schlicht rechteckige Variante, weil sie am leich-testen zu pflegen ist“, sagt Leucht. Empfohlene Mindestgröße: Drei mal sechs Meter. Damit ist er auch für kleinere Gärten geeignet.

Allerdings benötigt auch der Naturpool Aufmerksamkeit und Pflege, um die Wasserqualität stabil zu halten. Dazu gehört der tägliche Einsatz eines Poolroboters, der allerdings nur ins Wasser geworfen werden muss – und den Rest selbständig erledigt.

Geht es ans Einwintern, greifen die meisten auf professionelle Hilfe zurück: „99 Prozent unserer Kunden überlassen das uns“, sagt Andreas Leucht. Die Kosten für Ein- und Auswintern durch den Profi veranschlagt er mit rund 600 Euro. Ein Wasserwechsel ist nicht notwendig, wenn alle Filter richtig arbeiten. Das spart Arbeit, Geld und wirkt sich positiv auf die Ökobilanz
aus.

 

Fotoquelle: Gärtner von Eden


Die Experten

Jonni Borgmann (Borgmann Garten- und Landschaftsbau, Rellingen), Jo Wietheger (Wandrey Garten- und Landschaftsbau, Bad Bramstedt) und Andreas Leucht (Leucht Gärten, Stuhr) sind allesamt erfahrene Gartengestalter und realisieren Jahr für Jahr zahlreiche Badegärten. Sie bilden sich regelmäßig fort, um bei den sich rasant weiterentwickelnden Technologien rund um private Badegewässer immer auf dem neuesten Stand zu sein. Alle drei Experten gehören seit Jahren zu den Gärtnern von Eden, einer Genossenschaft, in der sich gut 50 Gartengestalter aus dem gesamten deutschsprachigen Raum zusammengeschlossen haben. Ihr Markenzeichen sind die Planung, Anlage und Pflege individueller Privatgärten auf höchstem fachlichem und ästhetischem Niveau.

www.borgmann-garten.de
www.wandrey.de
www.leucht-gaerten.de
www.gaertner-von-eden.com

Wer in seinem eigenen Garten schwimmen will, findet ganz nach seinen Vorlieben heute zahlreiche unterschiedliche Badegewässer. Vorgaben geben ansonsten nur das Platzangebot und das Budget.